Projektbuch

oder der klare Geist

 

Kreativität ist manchmal Fluch und Segen zugleich.

Es macht immer wieder Spaß, über verschiedene Dinge nachzudenken, Lösungen zu entwickeln, zu zeichnen, Ideen durchzuspielen und zu planen – auch, wenn man nicht alle davon wirklich umsetzt.

Das einzige Problem … wenn es mich einmal gepackt hat, lässt es mich nicht mehr los.
Alles, was man sieht und hört wird auf das Projekt bezogen. Entwickle ich z. B. gerade ein neues Logo, dann sind alle Sinne darauf ausgerichtet. Wie ein Entdecker wird alles gesammelt, was an Eindrücken und Assoziationen dazu passt. Soweit, so gut.

Wie gehe ich mit der Fülle an Ideen um?

Was aber, wenn mehrere Projekte anstehen und der Kopf langsam zu klein wird, für all die Gedanken und Ideen. Früher habe ich die Ideen krampfhaft gedanklich festgehalten, damit ich sie später auf irgendeinem Blatt notieren konnte.
Das hatte den Effekt, das ich an nichts anderes mehr denken konnte und meine Pinnwand vor lauter Zettel überquoll.

Ideenbuch Nummer 1

Dabei war und ist die Lösung so einfach.

Als ich mich mit Kind Nummer eins in die Elternzeit verabschiedete, bekam ich von einer Kollegin ein kleines, rotes, leeres Büchlein geschenkt. Das war Projektbuch Nummer eins. Seitdem ist ein Notizbuch mein ständiger Begleiter. Alle Ideen und Projekte landen in diesem Buch. Es gibt schöne Seiten, es gibt aber auch Seiten, die wirklich hingeschmiert sind, ja ich muss es zugeben. Es geht auch nicht um Schönheit. (OK, aber zeigen werde ich sie nicht;.-)

Mein Journal ist mein Werkzeug, um einen freien Kopf zu bekommen.

Fast schon eine Art Meditation.
Ideen, die hier notiert wurden, verstopfen nicht mehr meinen Geist. Ich kann sie loslassen, denn ich habe sie archiviert und kann jederzeit auf sie zurückgreifen.
Dabei ist es egal, ob es sich um eine glorreiche oder eine idiotische Idee (ja, auch das kommt vor) handelt. Gewertet wird beim Aufschreiben nicht!
In das Projektbuch darf alles, manche spinnerte Idee ist auch nur der Weg zu einer anderen, einer guten. Nur so wird der Kopf wirklich frei und die Kreativität kann fließen.

David Allen, Managementberater, Coach und Autor rät in seinen Büchern ebenfalls dazu, sich ein Notizbuch, Timer o. ä. anzuschaffen, welches einfach nur dazu dient, unsere hartnäckigen Gedanken aufzuschreiben.
Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen beruflichen und privaten Gedanken, es hat auch nicht immer die gleiche Meinungen darüber, welche Ideen wirklich wichtig sind. (Wer mehr über seine Methoden wissen möchte, dem sei "Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag." von David Allen empfohlen.)

Skizzen

Eigentlich ist unser Gehirn wie ein kleines Kind, das dir etwas erzählt. Und wie ein kleines Kind, kann es immer wider fragen: “Hast du mich gehört?“

Mit einem Projektbuch kann man antworten: „ Ja! Ich habe es mir sogar aufgeschrieben!“ Und das einzige, was das kleine Gehirn dann antwortet, ist: „Dann ist es ja gut.“;-)

Tipp:

In ein Projektbuch darf wirklich ALLES rein, alle verrückten Ideen. Es gibt keine Fehler und ihr könnt nichts falsch machen. Das Projektbuch ist eine Art Weg zu neuen Ideen. Seid mutig, schreibt und zeichnet.

September 2016